...große Momente

Das schöne Wetter animiert

zu gehen.

 

Im achtsamen Gehen

und Schauen

können Kleinigkeiten

zu großen Momenten

werden.

Spiegel

 

 

Spaziergang am Hechtsee.

Die Sonne und der Bergrücken spiegeln sich im Wasser.

Unsere Seele ist wie ein See.

Was spiegelt sich in in meiner Seele?

heute

 

 

über Nacht war Schnee gefallen

ein buntes Herbstblatt

hat es geschafft

auf dem Balkon zu landen

 

im Morgenlicht

erfreut es

mit seiner Farbe

den Betrachter

 

was werde ich heute noch entdecken?

Staunen

 

 

„Zum Niederkniala schea!
Da sei Momente, dia ma nia vergisst,
ma wünscht sich, dass sie niemals mehr vergeah.
Zum Niederkniala schea, då möcht ma ålba mehr.
Ma spürt, då bleibt dia Walt auf oamål steah.
Es isch zum Niederkniala schea!“

 

Dieser Refrain aus einem Lied der Gruppe Bluatschink kam mir immer wieder in den letzten Wochen in den Sinn, wenn ich durch Wald und Wiesen ging. Da gibt es einen ersten Blick, der unsere Sinne öffnet. Die bunten Farben die Augen. Der Gesang der Vögel die Ohren. Der Duft von frisch gemähtem Gras den Geruchssinn. Und dann der Impuls, ein wenig von diesen Eindrücken mitzunehmen. Die Kamera als Hilfsmittel ist ja dabei. Und beim Fotografieren zieht es einem zu Boden. Welch eine Pracht ist doch eine einzige Blüte. Wie fein das Innere. Großartig!

...wenn der Himmel brennt

Es gibt besondere Momente, die man nie verpassen sollte, auch wenn sie von kurzer Dauer sind.

Sie sind Geschenke.

Um sie anzunehmen braucht es die Offenheit der Sinne und Achtsamkeit.

 

Morgenmoment

...im Vorbeigehen erblickte ich sie und kehrte noch einmal um.

Mystik bedeutet "mich ansprechen lassen und staunen".

...es blüht

Vielfalt und Fülle lassen sich entdecken beim Gehen durch Wiesen.

Bei aller Vielfalt ist dennoch jede Blume und jeder Grashalm einmalig.

So kann auch unser Leben im Rückblick einer blühenden Wiese gleichen, wie es Hilde Domin 1991 ins Wort brachte.

"Fürchte dich nicht:

Es blüht hinter uns her."

 

überrascht werden...

...am Weg an einer Gartenmauer...

Wer mit wachen Sinnen unterwegs ist,

dem werden besondere Lichtaugenblicke zuteil.

Sonnenuhr

Sonnenuhr aus dem 16. Jhdt. am Georgenberg - Foto Albert Pichler

Im Mittagslicht erscheint der Glanz der Sonne am Zifferblatt.

Schön ist das Strahlen.

Doch: Darunter ist zu lesen "tempus fugit" - "die Zeit flieht".

Mystik - meine Zeitlichkeit und Vorläufigkeit wahrnehmen und bejahen.

Kraftfeld

1952 schrieb Generalsekretär Dag Hammarskjöld

"Mich durchwebt die Vision von einem seelischen Kraftfeld ... von in Worten und Taten betenden Menschen..."

Seelische Kraftfelder des Guten schaffen ist eine Form des Gebets. Beten ereignet sich auf vielfältige Art:

Im alltäglichen "Guten Morgen!" - "Grüß Gott!" schwingt ein Segen mit.

Die Affirmation "Ich bin voll Mitgefühl für mich selber und für alles um mich herum." eignet sich für Augenblicke der Stille im Zug, an der Haltestelle, wo immer ich gerade bin.

Mystik - die alltäglichen Möglichkeiten ergreifen, ein "seelisches Segenskraftfeld" zu schaffen.

Grösse

Großer Möseler - Foto Albert Pichler

Die Größe eines Berges macht mir auf den ersten Blick mein Klein-sein bewusst.

Klein-sein im Sinne "bedürftig sein" ist eine Einstellung zum Leben. Jesus versteht sie als Seligkeit.

Im Psalm 8 ist die mit einfachen Worten verdichtet:

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, /

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, /

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, /