auf!

 

verlassen

die einengenden strukturen

die starren patriarchalen machtsysteme

 

verlassen

die lebensfeindlichen wirtschaftssysteme

das gewohnte und bequeme

 

und

auf-brechen

mit dem 

der leben in Fülle verspricht 

 

petra maria unterberger

durchblick...

 

 

mitten im chaos

im geschäftigen heute

innehalten

eintauchen in 

die wirklichkeit

 

hindurchschauen

und zart

mit dem göttlichen

in berührung kommen

 

seht denn da kommt

mitten im heute

der CHRISTUS

 

petra maria uterberger

eingetaucht...

 

 

der herunter-gekommene

bedürftige von anfang an

muss eingetaucht werden 

in die tiefen des irdischen

 

wird gewaschen mit dem

was mensch sein heißt

 

im geliebt werden 

öffnet sich der himmel

und ein neuer weg

 

petra maria unterberger

der schrei am anfang

Dresden 2016

am anfang war der schrei

der schrei der entrechteten und gefolterten

der schrei der hungernden und leidenden

 

am anfang war der schrei

der schrei der gebärenden 

der schrei des neugeborenen

 

am anfang war der schrei

der schrei der glücklichen

der schrei in der ekstase

 

hörst du 

spürst du ihn

den schrei in deiner kehle

den schrei in deiner seele

der dich befreit 

und neubeginn kann werden

 

petra maria unterberger

DU - hüter*in des lebens

 

 

hüter*in des lebens du

achtsam und hörend

der stimme trauend

die leise aus der tiefe spricht

 

hüter*in des lebens du

mutig und kraftvoll

nimmst du das leben in die hand

 

hüter*in des lebens du

sorgend und liebend

manchmal leise im hintergrund

hältst du deine schützende hand

über allem lebendigen

 

petra unterberger 

 

...dann wäre FRIEDEN

 

 

was wäre wenn

wir alle gleich viel

und doch genug hätten

 

was wäre wenn

wir mehr unserer inneren 

stimme vertrauten

 

was wäre wenn

unser herz offen

und voll liebe wäre

 

was wäre wenn

wir aus liebe zu mutter erde

unser leben verändern würden

 

was wäre wenn ….

 

dann wäre

FRIEDEN AUF ERDEN

 

petra maria unterberger

gerufen...

 
 
was suchst du
mitten in der
vollgestopften leere
 
was hörst du 
inmitten einer ausgebeuteten
verbrannten erde
 
was spürst du
zwischen sozialer kälte
und bedrohlicher erderwärmung
 
ich rufe dich und mahne dich
 
sei achtsam
gib dem ruf des lebens raum
sei hoffnungdschwanger
inmitten dieser schweren zeit
 
sei mutig und vertrau
der großen mutter
GOTT genannt
 
petra maria unterberger

nicht genug?

 

 

kehrt um

denkt um

 

denn immer mehr

ist nicht genug

der markt ruft laut und grell

glitzerwelt und lichtermeer

verspricht glückseligkeit und mehr

es nährt dich nicht

sehn-süchtig bleibst du

auf der strecke

und mutter erde

windet sich vor schmerz

ausgebeutet ohne scham

ruft sie dir zu

 

kehr um

denk um

 

denn wahres glück

wächst nicht im haben

ganz still und leise

wächst es im sein und werden

 

petra maria unterberger

auf-wachen auf-wachen

Foto Albert Pichler

aufwachen - aufwachen

unsere erde brennt

unsere kinder verhungern

 

aufwachen - aufwachen

die luft zum atmen geht uns aus

die einsamkeit geht um

 

aufwachen – aufwachen

reib dir den schlaf aus den augen

erkenne die zeichen

und rette was zu retten ist

petra maria unterberger

wach auf!

 

 

die gleichgültigkeit

breitet sich aus wie eine seuche

rafft zivilcourage

und verantwortung dahin

ein land der unberührten

ein land der toten

schafft sich raum

zwischen den ritzen

 

durch den nebel

ruft eine stimme

wach auf!

lebe und liebe

leidenschaftlich

königlich

mit und für die welt!

 

petra unterberger

wunderschön...vergänglich

 

 

dein leib ein tempel

wunderschön und voller prunk

 

vergänglich

fragmentarisch

brüchig

nichts bleibt so wie es ist

kein stein bleibt auf dem anderen

 

die angst vor

krankheit, verrat und tod

so oft verdrängt und weggeschoben

verhindert dein leben

 

doch integriert und angenommen

schaust du hindurch 

in deinen unverletzbaren heilen raum

der immer schon in dir

 

 

petra maria unterberger

 

spur des lebens

 

 

fröhlich tanzend fallen bunte blätter

vergänglichkeit verkündend

der kahle baum

bizarr und schön

die wurzeln tief verborgen

mahnt ohne worte

die spur des lebens

gott genannt

ist unvergänglich eingeschrieben

in dir und mir

 

petra maria unterberger

bis EINER oder EINE kommt

Detail eines Tizianbildes: Foto Albert Pichler

 klein zu klein

immer schon

so oft übersehen

verborgen im nebel

der unbedeutenden

 

sehnsuchtsvolle blicke 

verschollen in

undurchdringbarer gleichgültigkeit

 

bis EINER oder EINE kommt

aufschaut 

wahrnimmt

beziehung riskiert

 

und alles ist neu

plötzlich und unerwartet

 

petra unterberger

 

versteckt...gesucht...gefunden

 

 

 zurückgezogen – versteckt

im hintersten winkel

ausgegrenzt und entwertet

klein zusammengekauert

beschämt

das ungeliebte SELBST

 

gesucht und gefunden

liebevoll angesehen

und das ICH kann sich blicken lassen

bekommt ansehen

wird beschenkt mit achtung und wertschätzung

lernt zu lieben!

kann verschenken

petra maria unterberger

 

 

höre...

 

 

wer hört die schreie

der versklavten

der hungernden 

der missbrauchten

 

wer hört die klage 

der kranken 

der trauernden

 

der ferne gott

er hört sie nicht

ER ruft in dir

mensch öffne dich

 

hör du 

den unerhörten ruf

und heile was verwundet ist

 

petra unterberger

dazwischen...

 

 

im dazwischen

innehalten

dem nackten leben

entgegensehen

 

in der stille

der einsamkeit

mich spüren 

und dich gott rufen

 

zeig dich mir

damit ich dich

bezeugen 

und feiern kann

 

petra maria unterberger

...vertrauen und glauben

 

 

dein vertrauen

 dein glaube

vielleicht wie ein senfkorn

winzig klein

in den nährenden Boden gelegt

wurzelt in die tiefe

wächst und wächst

kraftvoll

ohne zu wissen

wie

 

petra maria unterberger

mutter erde

 

 

reich immer reicher

alles grenzenlos verfügbar

 

getragen und ertragen 

von armen und entrechteten 

getragen und ertragen 

von mutter erde

geschändet und geplündert 

blutet die Welt aus vielen wunden

 

gott höre mich

erhöre mich

zeig uns den weg

und führe uns

 

petra maria unterberger

SOS...

 

 

SOS die erde brennt 

da die reichen

dort die armen

gott ich rufe dich

verbirg dich nicht

wandle du den

kargen totentanz

der krähen

in die sanfte melodie

der lerche

für das licht ins morgen

 

petra unterberger