leicht - gläubig

 

 

leicht - gläubig

ja ich traue meinen augen

ich traue meinen ohren

ich traue meinen erfahrungen

ich vertraue

ja ich glaube leicht

 

leicht – gläubig

ja leicht wie eine feder

durchströmt mich vertrauen

in gottes gegenwart

 

leicht – gläubig

nicht naiv und dumm

sondern mit leichtigkeit glauben

gepaart mit freude und humor

 

petra maria unterberger

osterspaziergang mit thomas an meiner seite

 

 

ich hör´ deine fragen

ich kann dich verstehen

die sehnsucht nach frieden

ich spür sie in dir

 

viel unrecht und leid

war vor tagen geschehen

es treibt dich umher

 

du kannst nicht verzeihen

dein herz ist gebrochen

und SEINES durchstochen

 

verletzlich und brüchig

kommt der CHRISTUS zu dir

 

du kommst in berührung

bist mutig und stark

 

die tränen sie fließen

sie reinigen dich

und frieden kann werden

so einfach und schlicht

 

petra maria unterberger

ent-bindung österlich

 

 

eingesponnen

in das leben

eingewickelt

ja verwickelt

in die machenschaften

dieser welt

wartet dir

 

am ende

die befreiung

die ent-bindung

entwicklung und wandlung

geschieht an dir

 

flügge darfst du werden

und mit leichtigkeit

himmelwärts

entfliehen

 

petra maria unterberger

aufbrechen...

 

 

das weizenkorn

liegt in der erde

geborgen und geschützt

im schoß des lebens

 

im warmen strom

der liebe

bricht unvermutet

die kruste auf

und zart sucht sich

sein innenleben

den weg nach außen

und nach oben

 

es wächst und wächst

man glaubt es kaum

beinahe in den himmelsraum

und nährt die welt

wird brot

und leben

 

petra unterberger

 

rette uns...

Graffiti von Petra M. Unterberger

 

 

hochgelobt

und bejubelt

schreitet das LAMM

zur schlachtbank

 

HOSANNA – rette uns

so rufen sie

die massen

 

erschüttert und betrübt

die seele sein

 

mitten im fest

gemeinsam essen

tut dies auch morgen

und vergesst mich nicht

 

erinnert euch

und bleibt verbunden

 

petra maria unterberger

ringen und auf-er-stehen

 

du jesus

erschüttert

von dem was dir wartet

am ende deiner kraft

hörst du die stimme

geliebt bist du

und das genügt

 

wie könnte ich

in meinem ringen

in meinem finsteren tal

da nicht vertrauensvoll

und mutig

auf-er-stehen

in den neuen tag

 

petra maria unterberger

vertrauen wollen

 

du GOTT

dir will ich vertrauen

in den brüchigen zeiten

wenn altes verloren

und neues fehlt

 

du GOTT

dir will ich vertrauen

 

wenn das wasser bis zum hals steht

knapp vor dem absaufen

will ich glauben

dass du rettest

 

du GOTT

dir will ich vertrauen

zeigen möchte ich mich

brüchig und bedürftig

voller sehnsucht

und licht wird sein

heute

 

petra maria unterberger

sicherheit?

Foto - Albert Pichler

 

 

tempelreinigung

tabula rasa

 

gescheitert an den machtstrukturen

aufgerieben zwischen den mühlsteinen der interessen

 

sucht die seele schutz

und bring sich in sicherheit

 

petra maria unterberger

gipfel

 

 

gipfelsieg

berauschend schön
 
neues licht
fällt auf 
brüchiggewordenes leben
 
die lumpenhüllen
werden rein
 
furchterregend und schön zugleich
der einblick
in die seele mein
 
petra maria unterberger

wilde tiere

 

 

wild und gefräßig

lauern die ungezähmten

weggesperrten

in den untergrund

in die dunkelheit

verbannten wilden tiere

die ungeliebten schatten in uns

 

im licht besehen

lechzen sie

hungrig und bedürftig

nach liebe

nach anerkennnung

und befreiung

damit ihre ungeheuerliche kraft

dem  leben dienen kann

 

petra maria unterberger

will.kommen

will punkt kommen

hörst du mich

will punkt kommen

hilf mir doch

will punkt kommen

ich brauche dich

will punkt kommen

du brauchst mich

will punkt kommen

willst auch du

will punkt kommen

dient uns allen

will punkt kommen

ist genug

 

petra maria unterberger

notquartiere...

 

 

ausgewandert

in den virtuellen raum

notquartiere in den foren

 

ausgehungert

lechzt der körper

nach berührung

liegt erschöpft darnieder

 

quält sich

durch den vollgestopften

leeren tag

mitten im schlaraffenland

und erwartet voll vertrauen

das ende dieser pandemie

 

petra maria unterberger

im finstern tal...

 

 

gefangen im finstern tal

 

missbraucht

gedemütigt

besetzt und verstrickt

im chaos der gefühle

 

DU gott des lebens

rufe DU heraus aus dem finsteren tal

 

DU gott des lebens

zeige dich wie damals

im brennenden dornbusch der liebe

 

führe DU ins gelobte land

ins gute leben für alle

 

petra maria unterberger

fasziniert und ergriffen

 

 ergriffen

 

unerklärlich und unbegreiflich

das herz erobert

 

folgt es der spur

den worten

den gedanken

 

faszinierend und erschreckend

zugleich

 

verwandelt die begegnung

mit IHM

dem CHRISTUS

auch heute

 

petra unterberger

tiefen – blick

 

 

ein tiefen - blick

berührt das innen

berührt die seele

ermutigt

und setzt kräfte frei

 

ein tiefen – blick

schenkt gänsehaut

sehnsucht erwacht

vielleicht

 

ein tiefen – blick

voll forscher*innengeist

erkundet neugierig und wertungsfrei

entdeckt das unsagbare

und lässt erschaudern dich

 

petra maria unterberger

hineingetaucht - ausgeliefert - durchnässt

 

 

hineingetaucht ins leben

 

dem irdischen

tohuwabohu ausgeliefert

 

durchnässt bis auf die herzhaut

 

vom geschenk leben

schmerzlich gereift

bis auf den grund

des seins

 

und der himmel reißt auf

immer schon

siehst du es?

 

petra maria unterberger

enden und beginnen

 

ein jahr es geht zu ende
schwer liegt es da
erschöpft und müde
ringt es nach atem
still ganz still
geht es zu ende


das NEUE wartet schon
ganz aufgeregt
punkt mitternacht
darf es beginnen


ein ganzes volles jahr
unberührt und rein
flüstert es dir leise
so wie einst
„es werde“


das wort
wird licht und leben
für dich und mich

petra maria unterberger

warten und hören können

 

weise frau, weiser mann
ein leben lang vertraut
die innere stimme hörend


nicht müde geworden
in den jahren des wartens


sondern wach und hellhörig


er-wartend
und erkennend
das kind


das leben und die liebe

 

petra maria unterberger

Einbruch des GÖTTLICHEN

 

 

macht aus der höhe

bricht erschreckend ein
ins heute
 
verstört 
und mutet zu
 
kündet den heruntergekommenen
"gott mit uns"
 
verleiblicht sich
und gebiert sich
immer wieder neu
 
petra maria unterberger

licht findet den weg

 

das licht

flüchtig und ungezähmt

findet den weg

in jede ritze des lebens

 

du künder*in des lichts

sei behutsam

 

fange das licht

in deinen lebensbildern

und gegenwart 

wird neu

 

petra maria unterberger

anfangen

 

 

anfangen

immer wieder neu anfangen

 

den weg freischaufeln

die steine aus der vergangenheit

zur seite rollen

 

die wüste 

die leere und die stille

suchen

und

IHN finden

am grund meiner seele

 

petra maria unterberger

aufwachen JETZT

 

 

wach auf

reib dir den schlaf 

aus den augen

JETZT

rufen dich die Menschen

 

in den flüchtlingslagern

die hungrigen und durstigen

hörst du sie?

 

wach auf

reib dir den schlaf 

aus den augen

 

JETZT

kündet das leuchtende herbstlaub

das ende des sommers

den übergang zu neuem

 

spürst du es?

 

wach auf

reib dir den schlaf 

aus den augen

 

JETZT

ruft dich das leben

in seiner fülle

 

petra maria unterberger

wann - wenn nicht JETZT!?

 

wann

wenn nicht jetzt

ist die zeit

mensch zu werden

mensch zu sein

 

wann

wenn nicht jetzt

ist die zeit

gelungenes und verbocktes

zu sortieren

 

wann

wenn nicht jetzt

ist die zeit

mein erbe

mein leben in fülle

zu feiern

 

petra maria unterberger

anteil unter tränen

 

mein anteil

mein talent

beschmutzt

und in den dreck geworfen

 

hilflos ringe ich um fassung

die angst

kriecht leise durch den körper

mächtig ergreift sie mich

ein zittern und ein beben

erschüttert meine seele

 

mutig, klug und couragiert

möchte ich sein

fürs reich der himmel

 

oh mein gott

ich rufe dich in meiner not

zeig den weg mir

schenk mir mut

 

petra maria unterberger

warte - warte - warte

 

 

manchmal klug 

und manchmal töricht

beides ist zu eigen mir

unteilbar bewohnt es mich

 

warten muss ich allzu oft 

wachsam

achtsam

auf die hoch-zeit

die mir wartet

immer wieder neu

 

und das reich der himmel

öffnet sich 

 

wunderbar und voller glück

weiß ich auch

um die chaosmacht in mir

 

abgelenkt und durcheinander

verpasse ich die chance

und die tür ist zu

 

und ich warte - warte - warte

wachsam

achtsam

auf die hoch-zeit

dir mir wartet

immer wieder neu

 

petra maria unterberger

glückselig

glückselig die menschen

auf der flucht

denn sie werden 

heimat finden

 

glückselig die gescheiterten

denn sie werden 

neues vertrauen finden

 

glückselig die ausgegrenzten

denn sie werden

gemeinschaft finden

 

glückselig die benachteiligten

denn sie werden

anteil bekommen

 

glückselikeit ereignet sich

reich gottes 

wird sich zeigen

da wo menschen einander 

hoffnung geben

 

petra maria unterberger

das leise raunen hören

Foto von Anita de Zotis, Hall i. T.

 

 

sturm der emotionen

hass und ablehnung 

prasseln unvermutet

auf vermeintlich schuldige

intrigen

halbwahrheiten

verleumdung

grenzen aus

vergiften mich und dich

 

ich frage dich

hörst du es

das leise raunen

am grund der seele

spürst du sie

die zuneigung und liebe

im inneren des herzens

kennst du sie

die stimme der vernunft

 

sie lehren dich

sei mensch

im heute und im morgen

 

petra unterberger

da-zu-gehören

Foto Melanie Schwarz

 

 

da-zu-gehören

hören und gehört

im großen wir

teil des ganzen

anteil haben

anteil geben

 

führt zum leben

gotterfüllte

wirklichkeit

 

petra maria unterberger

wunderbar bekleidet

eingeladen bin ich

tag für tag

zum großen fest

des lebens

 

bedingungslos

werd ich gerufen

 

bekleidet mit dem 

kleid der liebe

gewirkt aus 

wunderbaren Fäden

des wohlwollens

der wertschätzung

und dem starken willen nach beziehung

gehöre ich 

zum reich der himmel

heute schon

 

petra maria unterberger

dünnhäutig - durchsichtig

 

 

mitten im gierigen raffen

und haben wollen

mitten im hilflosen gestammel

um gerechtigkeit

bricht unvermutet

die zum zerreißen gespannte herzhaut

weint bitterlich

verzweifelt am system der mächtigen

dünnhäutig  und durchsichtig

bis auf den grund

dem reich der himmel nahe

 

petra maria unterberger

weckrufe...

Foto von Beate Neuhold

 

 

weckrufe der seele

verdächtig 

leise und dumpf

klopfen sie beständig

an mein herz

rufen mich zum dienst am leben

rufen mich zum wahren sein

 

weckrufe der seele

weisen mir den weg

zum reich der himmel

heute schon

 

petra maria unterberger

warum nicht?

 

das lager brennt

die angst geht um

 

niemand will mich

niemand braucht mich

 

nutzlos darbe ich 

und warte

 

hört ihr nicht

die stummen schreie

 

seht ihr nicht 

die vielen kinder

 

warum gebt ihr ihnen nicht was recht ist

 

petra maria unterberger

unrecht will ans tageslicht

immer wieder opfer sein

klein und mickrig

voller schmerz

zurückgezogen und allein

wunden lecken 

und vergeblich warten

 

opfer sein ist nicht genug

unrecht will ans tageslicht

 

ausgesprochen 

an-geklagt

und gesühnt

macht es alle letztlich frei 

 

mensch zu bleiben

mensch zu werden

 

petra maria unterberger