leise reifen

leise streichelt

der wind mein gesicht

die sonne wärmt

meine haut

ein lächeln

ein tiefer atemzug

und die gewissheit

zu reifen

und zu werden

petra maria unterberger

ausbrechen

verrücktes labyrinth leben

ausbrechen möchte ich

aus der unmenschlichen ökonomie

 

ausbrechen möchte ich 

aus dem karussell 

des haben wollens und müssens

 

ausbrechen möchte ich 

und das moos

aus meinem seelentümpel entfernen

damit das leben ver – rückt

und neu werden kann

im fließen der herzensenergie

im verbunden sein mit IHM

dem CHRISTUS

petra maria unterberger

handlungsfähig

meine hand

so oft links liegen gelassen

verkümmert und traurig 

blickt sie mich fragend

ja bettelnd an

 

unbeweglich starr

erlahmt

durch angstmachende strukturen

nutzlos verdorrt

erwartet voll sehnsucht

den auftrag

die vollmacht

zum leben!

 

petra maria unterberger

widerständig

widerständig lese ich

möchte verändern

halte das unerhörte in den tag

 

widerständig frage ich

stelle in frage

zweifel regt sich

gräbt sich ein in herz und hirn

 

widerständig angenommen

beauftragt vielleicht

mit leib und seele

mit meinem leben

die vision von IHM zu teilen

und mitzuteilen

 

petra maria unterberger

hin und her gerissen

zerissen

hin und hergerissen

in oft ungerechten strukturen

 

voll zorn und wut

flackert im dazwischen 

die angst

 

schleichend verführt sie

zu distanz und isolation

 

eingekerkert und verschlossen

im kleinen ICH

wartet das SELBST

 

unverhofft entriegelt

 ein leiser hauch von liebe

befreit den zorn und auch die wut

das kleine ICH

zum großen traum

der leben heißt

petra maria unterberger

stimme der liebe

eine offene tür

ein nährender raum

immer bereit

so oft nicht erreicht

 

die stimme der liebe

verschüttet im stimmengewirr

des heilsversprechenden marktes

den ruf zum be-ruf

verscheucht 

durch die sklaventreiber

der  uniformierten

den wölfen den gierigen

 

doch der hirte 

der kennt dich 

liebend und nährend 

wartet ER dir heute

hörst du IHN

 

petra unterberger

leicht

leicht - gläubig

ja ich traue meinen augen

ich traue meinen ohren

ich traue meinen erfahrungen

ich vertraue

ja ich glaube leicht

 

leicht – gläubig

ja leicht wie eine feder

durchströmt mich vertrauen

in gottes gegenwart

 

leicht – gläubig

nicht naiv und dumm

sondern mit leichtigkeit glauben

gepaart mit freude und humor

 

petra maria unterberger

hindurchschauen

thomas

ich nenne dich mutig und voller leben

du gehst hinaus aus dem kerker der angst

verkriechst dich nicht hinter den mauern des vergessens

bleibst in verbindung mit dem leben

 

thomas

ich nenne dich forscher

du stellst die fragen die dich bewegen

furchtlos gehst du zu grunde

bis auf den grund

und kommst in berührung mit

den wunden der schuld

mit schmerz und leid

 

thomas

du bist anders

du lässt dich nicht abspeisen

du traust – du vertraust der stimme in dir

und kommst in berührung mit

dem CHRISTUS

petra maria unterberger

auf-brechen

aufbrechen

das weizenkorn

liegt in der erde

geborgen und geschützt

im schoß des lebens

im warmen strom

der liebe

bricht unvermutet

die kruste auf

und zart sucht sich

sein innenleben

den weg nach außen

und nach oben

es wächst und wächst

man glaubt es kaum

beinahe in den himmelsraum

und nährt die welt

wird brot

und leben

 

petra unterberger