Abschied

 

 

Eine Bedienstete am Flughafen beobachtet zwei Frauen, die sich unter Tränen voneinander verabschieden.

Die beiden fliegen mit unterschiedlichen Fluggesellschaften in ihre weit voneinander entfernten Heimatländer.

Die Flughafenbedienstete fragt sehr gerührt bei der Abfertigung „Ist dieser Abschied für immer?“

 

Abschiede – wenn auch für kurze Zeit – haben oft den Geschmack des „für immer“.

Wer weiß denn schon, wie sich das Leben entwickelt.

 

Über die Jünger*innengemeinde des Johannes in Syrien wehte auch der Hauch des Abschieds.

Wie wird es weitergehen ohne den greifbaren Jesus?

Werden wir ohne Jesus in unserer Mitte überleben?

 

Das Evangelium des Johannes überliefert uns Hoffnungsworte für die Zeit danach.

Es gilt für uns, diese Worte als wertvolles Geschenk anzunehmen und auszupacken.

 

Mögen sie auch uns stärken in dieser bewegten Phase der Kirche und der Politik.

 

Das wünschen sich und Euch Albert und Petra.

 

ICH und JUDAS

Bild von Albert Pichler 2017

 

 

Das Leben spielt manchmal verrückt!

Menschen begegnen einander. Sympathie ergreift sie füreinander. Ist es Liebe? Schneller als gedacht können Schicksale von Menschen einander in eine Ausweglosigkeit führen. Um Wege aus dem Dickicht zu finden braucht es Hilfe. Wer allein bleibt versinkt in der Verzweiflung.

Exemplarisch sichtbar ist das bei Judas. Er ist Jünger, Verräter und Verzweifelter zugleich.

In der Kathedrale von Vezelay gibt es ein Säulenkapitel, das den erhängten Judas zeigt, der von einem Mann weggetragen wird. Vielfach wird dies als „Jesus, der gute Hirte, trägt Judas“ gedeutet. Außerdem bekam Judas im Altarraum einen Platz. Eine von den zwölf Apostelsäulen ist eckig. Judas ist anders, aber er gehört dazu.

Judas kann sich in jedem Menschen ereignen. Ich selber kann Liebende*r, Verräter*in und Verzweifelte*r werden.

Doch hoffen darf auch ich, von Christus getragen zu werden mit meiner ganzen ungeschminkten Lebensgeschichte. 

Möge es uns zuteilwerden!

Das wünschen sich und dir Albert und Petra Maria.