Sommer - Ernte

Sommerzeit. Die Felder und Äcker bringen Früchte in Fülle hervor.
Ein wogendes Ährenfeld kann uns an die innere Fülle unseres Lebens erinnern.
Vieles können wir beitragen, vieles bleibt Geschenk.
Wer die Gaben des Lebens wahrnimmt lebt wirklich.

Bischof Joachim Wanke hat einmal auf die Anfrage, was für ihn Sendung des Christentums in der Gesellschaft sei,
mit einem Wort des Apostels Paulus geantwortet „Den Dank vervielfachen GOTT zur Ehre.“

Jesus schickte seine Jünger und Jüngerinnen als Erntehelfer GOTTES aus.
Auch wir sind als ErntehelferInnen berufen, einander behilflich zu sein, die Fülle der Lebensgaben zu sehen
und sie dankbar zu sammeln und zu feiern.

ist hier frei?

Seit einiger Zeit wirbt eine soziale Initiative im Fernsehen mit einem Spot, bei dem ein Migrant/eine Migrantin 

einen Abschnitt aus Ernst Jandls Gedicht „im park“ spricht. Jandls Beobachtungen  sind gebündelt in dem Dreizeiler, der zehn mal variiert und wiederholt wird „bitte ist hier frei/nein hier ist nicht frei/danke“.

Unzählige Menschen erleben Ähnliches auf der Suche nach einem freien Platz

zum Leben, Schlafen oder Arbeiten.

Es war auch die Erfahrung von Jesus auf dem Weg durch Samarien: Er und seine Jünger wurden nicht aufgenommen. Als Juden auf dem Weg nach Jerusalem waren sie für die Samaritaner suspekt.

Der Weg der Jesusnachfolge kann uns in Situationen führen, in denen

wir nicht willkommen sind. Und manchmal werden wir selber die Befragten sein „bitte ist hier frei“. Was werden wir dann antworten?

 

Mögen wir durch andere aufgenommen werden und selber anderen Platz schenken.

Hingabe

Welch ein kraftvolles Schauspiel vor unseren Augen!
Ohne Unterlass stürzt das Wasser über die Steine in die Tiefe.
Was an der Quelle am Ursprung beginnt wird sich irgendwo in einen Fluss ergießen.

Wasser bleibt nicht für sich selber.
Wasser ist sichtbare Hingabe.
Das Wesen des Wassers ist fließen und dasein für.

So beschreibt Jesus seine Existenz.
ER lebte als Mensch für die anderen.
Sein Wesen ist Hingabe.
Sein Wesen ist „Für-Existenz“.

Das ist auch das Wesen der Christus-Nachfolge.
Mögen wir im Alltag Wege finden, uns hinzugeben
und unsere Begabungen füreinander einzusetzen.

körperliche Zuwendung

Foto: Albert Pichler

Der Barockmaler Paul Troger hat für den Prunksaal im Stift Geras einen biblischen Zyklus gemalt.
Ein Detail daraus zeigt die Zuwendung der Frau, die Jesu Füße salbte.
Es lohnt sich die ins Bild gebrachte Zuwendung auf uns wirken zu lassen.
Vielleicht kommen in uns schöne Erinnerungen und Sehnsüchte an die Oberfläche.
Das Evangelium zeigt uns:

Jesus hat der Sehnsucht nach Nähe und leiblicher Zuwendung Raum gegeben.
Mögen auch wir wahrhaftig mit Zuwendung und Nähe umgehen.
Das wünschen sich und Euch Albert und Petra Maria.