weiter Horizont

Es war für uns ein besonderer Moment an den Klippen von Finisterre - „am Ende der Welt für die Jakobspilger“ - in den Horizont des Meeres zu schauen.
Die Weite und Grenzenlosigkeit ließ uns staunen und still werden.

Wieviel hat da doch Platz!

Die römisch-katholische Kirche entdeckte im Zweiten Vatikanischen Konzil einen neuen Horizont im Denken über die Welt und über die anderen Religionen.


Alte biblische Einsichten wurden ins Heute integriert: Alle Menschen sind zum Heil berufen. Alle gehören zum Volk Gottes. In allen Religionen können Wege des Heiles gegangen werden.

Im Bild vom „Gericht über die Heidenvölker“ im Evangelium des Matthäus ist diese Weite schon da: Das Heil ist für alle möglich seit der Erschaffung der Welt.


Ob alle und wer die Chance ergreifen wird zeigt sich in einfachen menschlichen Haltungen: In der Sorge füreinander wird sichtbar, wo sich Leben in Fülle ereignet.

Die Sorge füreinander ist zuerst eine persönliche Entscheidung. Dann aber auch sichtbar in politischen und gesellschaftlichen Strukturen, z.B. im Umgang mit den Armen in unserer Mitte und
mit hilfesuchenden Menschen auf der Flucht.

Mögen wir füreinander Sorge tragen und das Leben in Fülle finden.


Das wünschen sich und Euch Albert und Petra Maria.

Anvertrautes vermehren

Im 13. Jh. wirkte auf der Wartburg in Eisenach Königin Elisabeth. Um 1225 gab es eine furchtbare Hungersnot.


Elisabeth entschied: "Es geht nicht an, dass ich in Fülle leben kann und andere verhungern." Sie wählte den Weg des Teilens und ging zu zu Hungernden. Eine Legende mit viel Weisheit erzählt, dass ihr Mann, der Elisabeths Großzügigkeit zuerst nicht mittragen wollte, sie zur Rede stellte. 
Was entdeckte er zu seinem Staunen in Elisabeths Brotkorb? 

Rosen.

Ein Lied im Neuen Gotteslob bringt es so in Wort und Melodie:
“Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht … dann wohnt GOTT schon in unserer Welt.“

Jesus erzählt im Gleichnis vom Gutsherrn, der seinen Sklaven sein Vermögen anvertraut.
Zwei vermehren das Anvertraute, einer vergräbt es aus Angst.
Das Himmelreich ereignet sich dort, wo wir das uns Anvertraute vermehren und teilen.

Vergraben und Horten führt in Bitterkeit und Stress:
Wer festhält verliert sich im Misstrauen und Geiz.

Ein Segen sind Menschen, die das ihnen Anvertraute - Begabungen, Lebenschancen, finanzielle Sicherheiten -
vermehren und teilen.

Dort blühen die Rosen des Himmelreiches.

Mögen wir dankbar sein für alles was uns anvertraut ist und frei werden es zu teilen.


Das wünschen sich und Euch Albert und Petra Maria.