auf den Boden bringen

Kuppelfresko "Werke der Barmherzigkeit" Karlskirche Wien - Foto Albert Pichler

Seit 1982 praktiziert die Gemeinschaft Sant Egidio in der römische Kirche Santa Maria in Trastevere am Weihnachtsabend ein besonderes Zeichen der Gastfreundschaft. Der Kirchenraum wird zum Festbankett für die Armen. Die Gemeinschaft Sant Egidio hat in den 33 Jahren viele  Nachahmer rund um die Erde gefunden. Alle lassen sich leiten vom Rat des Evangeliums „Wenn du ein Gastmahl gibst, dann lade Arme, Lahme, Krüppel und Blinde ein. Denn sie können es dir nicht vergelten.“
 
Die üblichen Gastmähler unserer Gesellschaft verlaufen unter anderen Vorzeichen. Sie spiegeln wider, wer oben und wer unten ist. Sie lassen erkennen, wer sich gesellschaftliche oder kirchliche Verdienste erworben hat.
 
Es könnte sich für Seelsorger und Seelsorgerinnen, für Pfarrgemeinderäte und Kirchenräte lohnen, die Plattform http://www.santegidio.org zu besuchen.
 
Vielleicht wird auch durch uns das Evangelium auf den Boden gebracht.
 
Das erhoffen sich Albert und Petra Maria.

hoffen

In der Gemeinde Kirchbichl gibt es ein eigenwilliges Straßenschild.

„Himmelreich 1“.
 
Hier steht keine Kirche. Der Weg führt zu Wohnhäusern in schöner Natur.
 
„Himmelreich 1“ ist vermutlich Ausdruck für eine Sehnsucht, es möge irgendwo und irgendwann
einen Ort geben, an dem man sich ganz wohlfühlen kann.
 
Im Evangelium fragt jemand Jesus, ob wenige oder viele ins Himmelreich kommen werden.
In diversen Medien begegnen uns Fragen nach der Zukunft Europas, nach der Zukunft des sogenannten christlichen
Abendlandes.
 
Im Gespräch letzte Woche sagte eine Bekannte „Ich weiß nicht wie es mit unserer Pfarre weitergehen wird? Wenn ich die Runde anschaue, dann sehe ich fast nur ältere Leute. Es ist uns nicht gelungen junge Leute zu gewinnen.“
 
Das Wort „Himmelreich“ bündelt unsere Sorgen und Hoffnungen. Solange wir darauf vertrauen sind wir lebendig.
 
Mögen wir in den unterschiedlichen Umbrüchen der Gesellschaft und des eigenen Lebens die Hoffnung auf das „Himmelreich1“ im Herzen tragen.