20. Mai, 2020

... herrlichkeit und zache kost

Bibel am Telefon vom 19.05.2020

mit Maria Pl., Maria P., Ingrid, Albert, Sabine und Petra

Evangelium: Joh 17,1-11a 

 

Eine Teilnehmerin sagt abschließend zur heutigen Bibelstelle: „Des war heut a zache Kost.“

Und es stimmt -  wie soll und  wie kann man vom Unsagbaren, das einen zutiefst im Inneren ergriffen hat, denn  sprechen und schreiben?  

Wie will man das Unsagbare in Worte fassen, ohne  missverstanden zu werden, ohne zu scheitern? 

Wie will man eine solche Gotteserfahrung einem anderen Menschen mit Worten zugänglich machen?  

 

Der Evangelist Johannes hat es versucht und spricht vom „Verherrlichen“.

 

Was ist „Herrlichkeit“ für uns?

Wann erleben wir „Herrlichkeit“?

In einer Körperübung spüren wir diesem Wort nach: 

Ein von der Erdenschwere Gelöst sein, wunderbar, das Bild vom Regenbogen, im Innersten zu Tränen berührt, goldig strahlend verdichtet und wärmend, ins Herz gehend...

Dann nähern wir uns dem Text und erkennen: 

Johannes schreibt von etwas, das zum Staunen ist – eine Zäsur in der Weltgeschichte

von etwas, das sich nicht machen lässt, sondern über einen kommt

von einer anderen göttlichen Dimension, die plötzlich in unser Leben hineinwirkt

 

Es ist wie ein inneres Ergriffensein – ein intensives Berührt Werden von innen – ein Gotterkennen. Ein ganzheitliches Erkennen, nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem Ganzen: Körper - Seele - Geist 

 

Himmel und Erde:

Der Blick ist zum Himmel erhoben – Gebetshaltung -– eröffnet den Einblick in eine andere Dimension

Die Welt – der Kosmos – mit seiner Ordnung und den herrschenden Denkmustern, vielleicht auch der Ort des „Habenwollens“? Die Grundlage, auf der wir stehen, die unser Leben erdet. 

Im Staunen, im plötzlichen Ergriffenwerden sind wir herausgelöst aus der Welt und zugleich noch in der Welt

Verherrlichung

Eine Innen-Erfahrung - - voller Staunen – geheimnisvoll – in der Dynamik von Geben und Nehmen, von Welt und Gott, von Erde und Himmel - mit der tröstenden Zusage, dass auch wir Anteil an dieser Herrlichkeit haben.

 

Text von Sabine Antonitsch

Bild Adam Lettner