himmlisches brausen

 

 

PFINGSTSONNTAG 2020

Aus der Apostelgeschichte 2, 1 - 13

 

 1  Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. 

2  Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 

3  Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; 

auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. 

4  Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. 

5  In Jerusalem aber wohnten Juden,
fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 

6  Als sich das Getöse erhob,
strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; 

denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. 

7  Sie waren fassungslos vor Staunen 

und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 

8  Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: 

9  Parther, Meder und Elamíter, 

Bewohner von Mesopotámien, Judäa und Kappadókien, 

von Pontus und der Provinz Asien, 

10  von Phrýgien und Pamphýlien, 

von Ägypten und dem Gebiet Líbyens nach Kyréne hin, 

auch die Römer, die sich hier aufhalten, 

11  Juden und Proselýten, 

Kreter und Áraber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. 

[12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos.
Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? 

13 Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.] 

 

Einfach weiterdenken...

Die von Lukas beschriebenen Geschehnisse 50 Tage nach dem Kreuzestod von Jesus riefen ganz unterschiedliche Reaktionen hervor: Die einen waren „außer sich“, andere „ratlos“; wieder andere begannen zu fragen „Was bedeutet das?“ Auch der Spott hatte seinen festen Platz, um das Unverständliche zu verdrängen.

Welche genannten Reaktionsweisen auf Ereignisse kenne ich aus eigener Erfahrung?

Kann ich Fragen zulassen?

Bin ich bereit Geschehnissen auf den Grund zu gehen?

 

...waren alle zusammen am selben Ort...

Die JüngerInnen suchten untereinander Nähe und den Schutz des Hauses. Ähnlich einem Luftschutzkeller, um die drohenden Gefahren heil zu überstehen.

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

Auf einmal geriet alles durcheinander. Die gefühlte Sicherheit wurde „unterbrochen“. Schon früher gab es „Unterbrechungen“ - durch den Auferstandenen, der bei verschlossenen Türen in ihre Mitte kam. Jetzt durch ein „himmlisches Brausen“.

Kenne ich aus eigener Erfahrung „plötzliche Unterbrechungen“ in meinem Leben?

...alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab ... und Gottes große Taten verkünden ...

Die früher mutlosen JüngerInnen fanden die Sprache wieder. Anders als bisher „gingen sie aus sich heraus“. Auch Zacharias – der Vater von Johannes dem Täufer – erlebte das.

Habe ich eigene Erfahrungen, wie ich mutig wurde, aus mir herauszugehen und das Wort zu ergreifen?

Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

Die biblische Erzählung über die babylonische Sprachenverwirrung zeigt, dass Kommunikation durch Überheblichkeit und Machtgier zerstört werden kann. Es ist eine besondere Gabe, „einander zu verstehen“. 

Kann ich Begegnungen benennen, wo sich sehr unterschiedliche Leute „verstehen lernten“ und „verstehen konnten“?

 

Unter www.sonntagsevangelium.at im Abschnitt „Bibel am Telefon“ findest du weitere Entdeckungen zu Apg 2, 1 – 13.

glanz und herrlichkeit des göttlichen

Mose beim Dornbusch - Ikone von Elisabeth Comploij

 

 

7. Sonntag der Osterzeit LJ A (24. Mai 2020)

Evangelium des Johannes 17, 1 – 11 a

 

In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel 

und sagte: 

1  Vater, die Stunde ist gekommen

Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht! 

2  Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.

3  Das aber ist das ewige Leben: 

dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. 

4  Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 

5  Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! 

6  Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. 

Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt. 

7  Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 

8  Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben 

und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, 

dass du mich gesandt hast. 

9  Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.

10  Alles, was mein ist, ist dein, 

und was dein ist, ist mein; 

in ihnen bin ich verherrlicht. 

11a Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir. [Heiliger Vater, 

bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!] 

 

Einfach weiterdenken...

...erhob Jesus seine Augen zum Himmel

Nach den Worten an seine JüngerInnen spricht Jesus zu seinem himmlischen Vater. Das Evangelium gibt uns Einblick in die innerste Verbundenheit und das Eins-sein von Vater und Sohn. In einer Art „Selbstreflexion“ wird die Grundbotschaft zusammengefasst.

...die Stunde ist gekommen.

Es gibt Momente, die über einem kommen. Ungeplant. Womit niemand gerechnet hat. Wo jedoch einem Lichtstrahl gleich die „andere Dimension“ aufleuchtet. Wenn wir Geschehnisse herrlich, großartig, wunderbar, berührend erfahren.

...die andere Dimension

Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! ...  Ich habe dich auf der Erde verherrlicht ... verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! ... in ihnen bin ich verherrlicht. 

Das griechische Wort >doxa< entspricht dem hebräischen >kabod<. Beide stehen für Glanz, Herrlichkeit, Ehre und Anerkennung. Mose muss sein Gesicht vor der Strahlkraft des Göttlichen verhüllen. Gottes Herrlichkeit würde ihn verbrennen. Das Neue am Christusereignis: Für die JüngerInnen war es möglich, durch Jesus die Herrlichkeit Gottes zu erfahren, ohne das Leben zu verlieren. Mehr noch: Durch den Glauben an IHN kann in jedem Menschen die göttliche Herrlichkeit wohnen. So konnte Irenäus von Lyon überzeugt sagen „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“

In der spirituellen Tradition der Ostkirche wird diese Überzeugung durch die Ikonen wachgehalten. Der Goldgrund verweist auf die Herrlichkeit des Göttlichen.

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart ... bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!

Jesus selbst ist die Verwirklichung des Namens Gottes. „Jesus“ bedeutet „Gott wirkt Heil“. Der Wunsch von Jesus meint das „Verbunden-sein – All-eins-sein“ der Menschen mit Gott, wie Christus mit GOTT eins ist. Das Christliche zeigt sich in der Welt als Verbunden-sein, als Friede und Innigkeit im Herzen. Aus dem Verbunden-sein wird ein Handeln möglich, das Frieden stiftet.  

...der Schatz in uns

Foto Helmut Hairer

 

 

6. Sonntag der Osterzeit LJ A (17. Mai 2020)

Evangelium des Johannes 14, 15 – 21

 

Jesus sprach zu seinen JüngerInnen: 

15 »Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen.  

16 Und ich werde den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt, 17 den Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht bekommen, weil sie ihn nicht sehen kann und nichts von ihm versteht. Aber ihr kennt ihn, denn er wird bei euch bleiben und in euch leben.

18 Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein; ich komme wieder zu euch.  

19 Es dauert noch eine kurze Zeit, dann wird die Welt mich nicht mehr sehen. Aber ihr werdet mich dann sehen, und ihr werdet leben, weil ich lebe.

20 Wenn dieser Tag kommt, werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater lebe und dass ihr in mir lebt und ich in euch.  

21 Wer meine Gebote annimmt und sie befolgt, der liebt mich wirklich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.«

 

Einfach weiterdenken...

Die Abschiedsreden im Johannes-Evangelium gleichen einem geistigen Vermächtnis. Sie geben tiefen Einblick in das Herz von Jesus: Was ihm selbst heilig ist, woraus er lebt, was ihn stärkt. Sehr „innige Worte“, die Jesus ins Herz seiner JüngerInnen legen wollte. Dieser „Herzens-Schatz“ liegt auch für uns bereit. An uns liegt es, ihn zu heben und zu nutzen.

 

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen.

Zu lange in der religiösen Praxis wurden die Gebote als Bedingung für die Liebe gesehen. Dabei ist es eher andersrum: Wer in der Liebe bleibt, braucht keine Gebote mehr. Denn vor allen Regeln und Geboten ist die Liebe Gottes schon eingesenkt in unsere Herzen.

 

...ich werde den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt, den Geist der Wahrheit ... er wird bei euch bleiben und in euch leben.

In unserem Inneren – Herz, Geist – ist wie in einem tiefen See die Fülle der göttlichen Geistkraft. Aus der Tiefe in uns können wir schöpfen. Dort ist die Kraft der Liebe. Dort ist der Christus. In dieser Tiefe sind wir verbunden mit GOTT, mit allen Menschen, mit allem Lebendigen.

Christ-sein kann bedeuten: Vertrauen können und wollen, dass in uns alles da ist, was wir beitragen können für ein Leben in Würde. 

 

Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

Liebe ereignet sich als Verbunden-sein. Die Liebe ist die göttliche DNA des Menschen. Eigentlich braucht es keine Unterscheidung mehr zwischen Liebe zu GOTT, Liebe zu den Mitmenschen und Liebe zu mir selber. In der Liebe sind wir verbunden mit allem.

So konnte Bischof Augustinus von Hippo sagen:

Liebe und tu, was du willst.

Schweigst du,
so schweige aus Liebe!
Redest du,
so rede aus Liebe!
Schonst du,
so schone aus Liebe!
Die Wurzel der Liebe
sei in dir.
Aus dieser Wurzel kann
nur Gutes kommen.

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