WELT IM GÖTTLICHEN LICHT

 

 

ALLERHEILIGEN 2020

Evangelium des Matthäus 5, 1 – 12 a

1 In jener Zeit,
als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. 

Er setzte sich
und seine Jünger*Innen traten zu ihm. 

2 Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: 

3 Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.

4 Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden. 

5 Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben. 

6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 

7 Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden. 

8 Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. 

9 Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 

10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. 

11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 

12a Freut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. 

 

Einfach weiterdenken...

Wie ein Bild mit Rahmen zeigt sich die Einleitung zur Bergpredigt Jesu nach Matthäus: Die Adressaten sind in Vers 1 „die vielen Menschen, die ihm nachfolgen“ und in Vers 10 – 11 „die um der Gerechtigkeit willen verfolgten, verschmähten und mit übler Nachrede bedachten“ Mitglieder der juden-christlichen Gemeinde in der Diaspora Syriens.

Diese Weite der Bergpredigt gilt es, auch aktuell einzuholen: Eine Botschaft für alle in der Spur Jesu und für die weltweit Verfolgten. Solche Weite atmet auch das Schreiben „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus.

„Selig...“ 

Das griechische Wort „makarios“ meint „ausgezeichnet, hervorragend, glücklich“. Im öffentlichen Leben gibt es viele „Auszeichnungen“ für „Leute mit besonderen Verdiensten“. Im Sinne des Evangeliums „ausgezeichnet“ sind „Leute, die arm sind vor GOTT*“, Trauernde, Sanftmütige, nach Gerechtigkeit Hungernde, Barmherzige, Friedensstifter*Innen, Verfolgte.

Dazu einige Entdeckungen bei einem „Bibel am Telefon – Austausch“:

„arm vor GOTT*“ ...leer sein, zur eigenen Bedürftigkeit stehen, angewiesen, GOTT*muss ich nichts geben, einfach da-sein üben (z. B. im stillen Beten)

„trauern“ ... Angst vor Zeiten der Trauer, zugelassene Trauer kann Heilung bewirken, vom zu-lassen zum los-lassen als Weg

„nach Gerechtigkeit hungern“ ... Menschen in Weißrussland, die seit 6 Wochen gewaltlos demonstrieren und dabei Schläge und Gefängnis riskieren; „aufgerichtet werden“, dem anderen gerecht werden (z.B. jedes Kind braucht etwas anderes von der Mutter)

„Sanftmütige“ ... sanft-mutig = gewalt-los; Erinnerung an die „samtene Revolution“ am 17. November 1989... das Gegenteil zu sanft-mütig ist gewalt-tätig

„Barmherzige“ ... ein Herz haben für ... die Not sehen und mich von ihr berühren lassen (vgl. das Beispiel Jesu über den barmherzigen Samariter), wer barm-herzig lebt kann Barm-Herz-igkeit erfahren

„rein im Herzen“ ... leben ohne Hintergedanken ... da kriegt der Himmel a Loch ... die Erfahrung des Märtyrers Stefanus, der den Himmel offen sah ... im Herzen spiegelt sich das Göttliche wie in einem klaren Wasser die Umgebung

„Frieden stiften“ ... selig, die trotz vieler Rückschläge, dranbleiben (vgl. UNO) ...oft ein langer Weg; mitunter auch Mut notwendig, Klartext zu reden; der Friede in mir kann auch auf andere wirken

„Verfolgte“ ... NGOs ... weltweit gab es noch nie so viele verfolgte Christ*Innen wie aktuell ... weiß nicht, würde für mich nicht die Hand ins Feuer legen, wenn ich der Verfolgung ausgesetzt wäre ... Initiativen unterstützen, die sich für Verfolgte einsetzen ... https://www.kircheinnot.at  und https://www.amnesty.at

Wo finde ich mich? 

Herausgefordert?

Ermutigt?

Welche Zeitgenoss*innen schätze ich als „Menschen der Seligpreisungen“?

mit Liebe beseelt

Gebet vor der Klagemauer -
aus Herders Neues Bibellexikon

30. Sonntag im Jahreskreis A (25. Oktober 2020)

Evangelium des Matthäus 22, 34 - 40

In jener Zeit,
als die Pharisäer hörten,
dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. 

Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen 

und fragte ihn: Meister (Lehrer), welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 

Er antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben 

mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.

Das ist das wichtigste und erste Gebot.


39 Ebenso wichtig ist das zweite:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 

40 An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. 

 

Einfach weiterdenken...

...ein Gesetzeslehrer fragt Jesus: Meister (Lehrer), welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?

Ein Pharisäer mit theologischer Autorität nennt Jesus „Meister und Lehrer“. Damit erkennt er Jesus als Tora - Autorität an. Ein wichtiges Detail für das Evangelium des Matthäus – geschrieben für eine juden-christliche Gemeinde in der Diaspora.

Im Laufe der Zeit schufen die religiösen Autoritäten des Judentums unzählige Normen für das tägliche Leben. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden und schon gar nicht der persönlichen Entscheidung. Ähnliches geschah auch in der kirchlichen Praxis.

Den Pharisäer und Jesus verbindet das tägliche Glaubensbekenntnis. Bis heute praktizieren es Juden/Jüdinnen und bekennen öffentlich im Gottesdienst oder im persönlichen Gebet:


„Höre Israel!

Der HERR, unser GOTT*, der HERR ist einzig:

Darum wirst (sollst) du den HERRN, deinen GOTT*, lieben

Mit ganzem Herzen,

mit ganzer Seele

und mit ganzer Kraft.“

Darauf greift Jesus zurück.

 

Lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft...???

Ist das primär eine Leistung bzw. die Erfüllung eines Gebots? 

Gen 2, 7 zeigt eine besondere Spur mit „GOTT*, der HERR, formte den Menschen aus dem Staub vom Ackerboden, und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Der Lebensatem (hebräisch >nefesch</griech. >psyche<) ist das GÖTTLICHE* im Menschen. Das meint „Seele“. Durch den göttlichen Lebensatem ist der Mensch fähig zu lieben. Wir müssen uns die Liebe nicht erst erarbeiten. Sie ist schon in uns als Grundbegabung angelegt. Wir können sie in uns erfahren durch das „Hören“.

Es geht darum, diese Grundbegabung zur Liebe im Handeln zu verwirklichen. Das zeigt Jesus durch sein Leben. Manchmal auch durch Gleichnisse, z. B. in Lk 10, 25 – 37 mit dem Beispiel vom Barmherzigen Samariter. Damit antwortet Jesus auf dieselbe Frage eines Gesetzeslehrers.

Eine anregende Übersetzungsvariante von Roland Werner liest sich so:

„Du sollst dem Herrn, deinem GOTT*, deine ganze Liebe schenken. Das betrifft dein ganzes Herz, deine ganze Seele und deine gesamte Verstandeskraft...Du sollst deinen Mitmenschen lieben, so wie du dich selbst liebst.

was gehört wem?

 

29. Sonntag im Jahreskreis A (18. Oktober 2020)

Evangelium des Matthäus 22, 15 - 22

 

In jener Zeit 

15 kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. 

16 Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person. 

17 Sag uns also: 

Was meinst du?
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? 

18 Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler,
warum versucht ihr mich? 

19 Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denár hin. 

20 Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? 

21 Sie antworteten ihm: Des Kaisers. 

Darauf sagte er zu ihnen:
So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

22 Als sie das hörten, staunten sie, ließen Jesus stehen und gingen weg. 

 

Einfach weiterdenken...

Pharisäer und Anhänger des Herodes beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen...

Zwei Machtzentren Jerusalems, die sich grundsätzlich „Spinne Feind“ waren, sind sich einig, Jesus zu beseitigen: Dazu wollten sie Jesus politisch ins Messer laufen lassen. 

Was meinst du?
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? 

Der Kaiser und die römischen Besatzer forderten hohe Steuern, um jeglichen Widerstand auszuhungern. Die Herodesgruppe arrangierte sich mit dem Kaiser zu eigenen Vorteilen. Die Pharisäer als religiöse Erneuerungsbewegung standen den Römern skeptisch gegenüber.

Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich?

Die Szene spielt im Machtzentrum Tempel. Zuvor trat Jesus gegen den Kaufhausbetrieb auf und vertrieb Händler, Käufer, Geldwechsler und Taubenhändler. Er ahnte die drohende Gefahr. Die „Schlinge um seinen Hals“ wurde enger. Dennoch blieb Jesus klug. Heute würde man sagen „cool“.

...gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Seitdem wurde diese Aussage unzählige Male als Grundlage genommen, wie sich Christ*Innen in weltlichen Machtgefügen verhalten sollen. Heute stellen sich neue Fragen und die Aussage des Evangeliums muss im Kontext gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gegebenheiten gedeutet werden. Das spricht auch das neueste päpstliche Schreiben „Fratelli tutti“ an.

 

Was „gehört“ dem Staat? 

Was „gehört“ der Wirtschaft? 

Wie muss ein „gerechtes“ Steuersystem beschaffen sein? 

Diese Fragen sollten verknüpft werden mit dem „Gleichnis vom Gutsbesitzer, der den Arbeitern von der ersten bis zur letzten Stunde gibt, was recht ist“.

 

Was „gehört“ GOTT*?

Die biblischen Dokumente erzählen durch Biografien, wie Menschen mit GOTT* umgegangen sind und wie ER/SIE mit ihnen Geschichte geschrieben hat: 

Abraham „glaubte und vertraute“. Mose „fragte nach dem Namen des Unsichtbaren“. Jakob kämpfte mit der dunklen Macht und ließ nicht locker, ehe er als Verletzter gesegnet wurde. Maria fragte „Wie soll es geschehen?“. Jesus spricht „Abba“ und schreit im Sterben „Warum hast du mich verlassen?“

 

GOTT* gehört...

glauben und vertrauen, fragen und zweifeln, kämpfen und nicht locker lassen...mit IHM/IHR in guten und schweren Zeiten verbunden bleiben.

Was gehört zurzeit GOTT* von mir?

 

GOTT* gehören...

Weil jeder/jede von Beginn an >GOTT*ebenbildlich< gewollt ist, sind alle Menschen >GOTT*zu-ge-hörig<. Es geht darum, uns dessen bewusst zu werden; diese Grundbegabung anzunehmen und so aufeinander zuzugehen.

Wodurch erlebe ich mich >GOTT*zu-ge-hörig<?

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