lernen von einem Verbrecher?

in einer Kirche am Jakobsweg in der Nähe von Metz

Welches religiöse Bekenntnis ist in der Öffentlichkeit möglich?

So fragen nicht erst wir.

Christ*innen im griechisch-römischen Kulturkreis bauchten sehr lange mit dem Bekenntnis zu Jesus, dem Gekreuzigten. Ein Gekreuzigter taugte nicht als Logo des Lebens. Zu tief sitzt die Überzeugung, dass Jesus den Tod der Verbrecher erlitten hat.

 

Die erste Darstellung von Jesus als Gekreuzigter entstand um 432 als Relief an der Holztür der Kirche Santa Sabina in Rom. Bis ins 11. Jahrhundert waren Darstellungen des Gekreuzigten die Ausnahme.

 

Dass zum Christkönigssonntag das Evangelium von der Verspottung des Gekreuzigten ausgewählt wurde, verhindert jegliche Versuchung, in Jesus einen politischen König zu propagieren. 

 

Welches öffentliche religiöse Bekenntnis von uns als Christ*innen überzeugen kann, hängt auch davon ab, ob wir wie der mitgekreuzigte Verbrecher sagen können „Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“

 

Mögen wir auf Christus, den Gekreuzigten, vertrauen können.

 

Das wünschen sich und euch Albert und Petra Maria.

Ruinen des Lebens

 

 

Die Welt ist im Umbruch.

Anscheinend bleibt kein Stein auf dem anderen.

 

Seit sieben Jahren zerstören Militärs unterschiedlicher Mächte den Lebensraum in Syrien. Unzählige Tote, zerrissene Familien, Leute auf der Flucht, ohne zu wissen, wo es eine Bleibe gibt.

 

Die Ruinenstädte geben Zeugnis davon.

 

Um das Jahr 70 n. Chr. zerstörten die Römer Jerusalem und den „schön geschmückten Tempel“, Ort der „Gegenwart GOTTES“. Kein Stein blieb auf dem anderen.

 

Das Evangelium des Lukas versucht uns zu ermutigen, wenn in unserem Leben „kein Stein mehr auf dem anderen bleibt“ und Schrecken uns ergreifen:

„Gebt acht! Lasst Euch nicht verwirren! Gebt Euch nicht auf!“

 

Mögen wir aus diesen Ermutigungen leben und handeln können.

 

Das wünschen sich und Euch Albert und Petra Maria.