...am Rand

Foto Albert Pichler

 

 

Es war im November 2013.

Eines Morgens sahen wir am Nordportal der Kathedrale

einen auf der Schwelle liegenden Menschen,

eingehüllt in eine Daunendecke.

Sein Gesicht zugedeckt und versteckt.

 

Später erfuhren wir, dass er ein weitum bekannter Obdachloser war.

Er hatte einen stark frequentierten Ort gefunden, um Almosen zu bekommen.

 

Ähnliches gibt es in unseren Städten:

Vor Eingängen aufgelassener Geschäfte

finden sie eine Nische für die Nacht.

 

Wir sind häufig hilflos, wie wir darauf angemessen reagieren können.

 

Am Straßenrand beim Stadttor von Jericho begegnet Jesus einem Blinden, der sich seinen Lebensunterhalt durch Betteln „verdienen“ musste.

Diese Begegnung war folgenreich!

Der Blinde wurde heil und Jesus erkannte wie groß das Vertrauen des Mannes in ihn war.

 

Und dann gab es da noch die „Mutmacher:innen“, die dem Bettler auf die Beine halfen.

 

Viele, die am Rand leben müssen, brauchen Ermutigung und Aufrichtung.

 

Mögen wir Diener:innen der Ermutigung sein können!

 

Das wünschen sich und dir Albert und Petra Maria.

 

p. s. 

Es gibt auch die Möglichkeit, Vereine, die für Obachlose wirken, finanziell zu unterstützen, 

z. B. in Innsbruck 

den 

Verein für Obdachlose
BTV Bank für Tirol und Vorarlberg
IBAN: AT74 1600 0001 1635 1196
BIC: BTVAAT22

gefährliche macht...

Fotocollage Albert Pichler

 

 

Die Vorgänge in der österreichischen Innenpolitik während der letzten Tage haben gezeigt, wie Leute an die Macht gelangen und Netzwerke der Macht mit unlauteren Mitteln bilden. Und nach der Aufdeckung gelang es sogar, dass sich Verantwortliche mit schönen Wortfloskeln als Retter der Heimat darstellen.

 

Auf die Gefahren von Macht verweist Jesus im Evangelium seine Jünger:innen:


„Bedenkt, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei e u c h aber soll es nicht so sein!“

 

Jesus und seine Weggefährt:innen sind auf dem Weg zum Paschafest nach Jerusalem:


Er begibt sich in das Zentrum der religiösen Machthaber. Er ahnt, dass ihm das sein Leben kosten wird. Dennoch bleibt er seiner Erkenntnis treu „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Weg der Befreiung für viele.“

 

Der Weg zur Heilung von den Folgen des Machtmissbrauchs führt in der Spur des Evangeliums über die Bereitschaft, einander zu dienen!

 

Mögen wir achtsam sein für die Gefahren von Machtmissbrauch und einander mit dem dienen, was wir als Gaben empfangen haben und uns durch Einsatz angeeignet haben.

 

Das wünschen sich und dir Albert und Petra Maria.

 

Altes „ über den Bach werfen“…

 

 

Gespräch unter zwei Freunden letzte Woche. Der eine schon seit einigen Jahren in Pension, der andere geht auf sie zu. Sie erzählen von Erfahrungen danach und Sorgen davor. Das Wort „Vakuum“ fällt. Pension kann mit „Leere“ zu tun haben. Was bislang das Leben ausgefüllt hat, entschwindet. Die Suche nach Sinn beginnt von neuem.

Ein junger Mann, wohlhabend und mit den Gütern des Lebens beschenkt, kommt zu Jesus.  “Leere“ hat sich in ihm ausgebreitet. Er fragt Jesus um Rat: „Was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“ Jesus schaut ihm in die Augen und in die Tiefe des Herzens. Er greift seine Leere auf und zeigt ihm einen möglichen Aus-Weg. Doch der junge Mann ist zurzeit zu diesem Weg noch nicht fähig. Traurig geht er weg.

Im Film „Vitus“ aus 2006* begegnet man einem Wunderkind. Seit Kindheit entwickelt er seine Begabung und wird ein weitum gefeierter Klavierspieler. Das Wenige „Normale“ seines Alltags bleiben die Besuche beim Großvater. Eines Tages fragt Vitus ihn bei einem Spaziergang „Wie kann ich normal werden wie du?“ Plötzlich wirft der Opa seinen Hut, den er sehr liebt, über den Bach und sagt „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann musst du dich von den Dingen trennen, du musst sie über den Bach werfen…“

An wichtigen Lebenswenden taucht eine Leere auf. Was war, ist nicht mehr, und was sein wird, ist noch nicht offenbar. Loslassen des Gewesenen kann helfen, neues Leben zu entdecken.

Mögen wir erkennen, was wir los-lassen können, und vertrauen können, Neues zu finden, das uns gut leben lässt.

Das wünschen sich und dir Albert und Petra Maria.

* den Hinweis auf den Film verdanken wir Pierre Stutz in seinem Buch „Geh hinein in deine Kraft“